Diözesanverband Köln
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Spiritualität

Gebet der KAB und CAJ

Herr Jesus Christus.
Wir bringen dir unseren Tag, unsere Arbeit,
unsere Auseinandersetzungen, unsere Kämpfe,
das, was uns gelingt, uns freut und gut tut,
aber auch das, was unser Leben schwer macht.

Lass uns, wie auch all unsere Schwestern und Brüder
in unseren Lebensbereichen und in der Welt der Arbeit
Denken wie du, arbeiten mit dir, leben in dir.

Gib uns die Gnade, dich mit ganzem Herzen zu lieben
und dir mit allen Kräften zu dienen.

Dein Reich komme an unseren Arbeitsplatz,
in die Familien, die Fabriken, die Werkstätten,
die Büros und in unsere Häuser.

Gib, dass alle, die heute in Gefahr sind, in deiner Gnade bleiben.
In deiner Liebe segne alle, die dich heute besonders brauchen:
Segne die, die in Arbeit sind und die, die Arbeit suchen.
Segne die Kinder und Jugendlichen.
Heilige uns und unsere Familien.

Dein Reich komme durch uns, unser Handeln und unsere Arbeit.

(Hier ist Platz für eine besondere, eigene Bitte …)

Seliger Nikolaus Groß und seliger Marcel Callo, bittet für uns.

Maria, Du unsere Mittlerin und Fürsprecherin, bitte für uns.

Herr Jesus Christus, schenke den Verstorbenen deinen Frieden.

Amen


Initiativantrag der KAB Diözesankonferenz und CAJ

Kardinal Josef Cardijn wurde am 13. November 1882 in Schaerbeek bei Brüssel als ältester Sohn einer Arbeiterfamilie geboren. Die Not und die Probleme der arbeitenden Jugend, die er in seiner Umgebung beobachtete, bewogen ihn, Priester zu werden. 1906 wurde er zum Priester geweiht und begann als Kaplan in Laeken 1912 mit dem Aufbau der Christlichen Arbeiter Jugend (CAJ). Innerhalb von 40 Jahren nach Gründung der belgischen CAJ 1924 breitete sich die Internationale CAJ in über einhundert Ländern der Welt aus. 1965 wurde Cardijn zum Erzbischof und zum Kardinal ernannt. Am 25. Juli 1967 verstarb er und wurde in der Liebfrauenkirche zu Laeken, Brüssel, beigesetzt.

Als Diözesankonferenz der KAB und als Diözesanleitung der CAJ stellen wir heute, am Geburtstag von Josef Kardinal Cardijn, gemeinsam fest:

Was haben unsere Gottesdienste in den Kirchen mit dem alltäglichen Leben zu tun? Muss nicht das, was wir dort feiern, auch in meinem Leben Hand und Fuß bekommen? Muss ich nicht auch das, was mir wichtig ist, zu den Menschen bringen? So wenn wir uns für etwas einsetzen, für eine bessere Welt, aber auch im kleinen, in unserem Umfeld. Fragen wir uns manchmal, warum tun wir das eigentlich, wo ist da eigentlich der Sinn? Lohnt es sich, sich zu engagieren? Lohnt es sich, in Kirche und Welt aktiv zu sein?
Cardijn sagt:

„Wenn man sich heute damit begnügt, die heilige Messe zu feiern und von der Kanzel herab zu predigen, wird man niemanden retten.“

„Die ersten und unmittelbaren Apostel der Arbeiter müssen die Arbeiterinnen und Arbeiter selbst sein.“

„Die Kirche ohne die Arbeiterklasse ist nicht mehr die Kirche Christi.“ Ich bin gesandt, den Armen das Evangelium zu predigen!“

„Die Pfarrei muss missionarisch sein, Quelle einer apostolischen Lebendigkeit, ständig auf der Suche nach einer Bindung an das tägliche Leben.“

„Euer Leben ist das fünfte Evangelium.“

Kann ich überhaupt etwas bewegen, habe ich die Möglichkeit etwas zu tun? Entspricht mein Handeln dem, was die Menschen, die Arbeitnehmer, die Jugendlichen brauchen. Worauf kommt es an?
Cardijn sagt:

„In unseren Arbeitern liegen derart viele geistige Quellen, aber das intellektuelle Erlernen muss konkret und methodisch ihren jugendlichen Fähigkeiten angepasst werden.“
 

Was macht meinen Wert aus? Das, was ich kann? Das, was ich habe? Das, was ich denke? Das, was ich leiste?
Cardijn sagt:

„Jeder junge Arbeiter ist mehr wert als alles Gold der Erde, wer ein Sohn Gottes ist!“
 

Kann ich überhaupt was ändern? Lohnt es sich etwas neues, etwas unbekanntes zu wagen? Warum soll ich loslaufen, warum soll ich derjenige sein, der etwas anfängt? Warum nicht die anderen? Ich mache dann schon mit, wenn viele so denken, Aber mit den paar Menschen lohnt das überhaupt?
Cardijn sagt:

„Ich habe mit einem, mit zwei, mit drei angefangen und fange jeden Tag wieder neu an. Man muss täglich neu anfangen, 10mal, 100-mal, 1.000-mal.“

Lasst uns sehen – urteilen – handeln heute in unserer Kirche und in der Gesellschaft.Wir hoffen auf eine neue Debatte im Erzbistum Köln und fordern:

1. Bei der Entwicklung der Pastoralkonzepte muss die „soziale Frage“ im Bezug auf die veränderten gesellschaftlichen Realitäten wahrgenommen und aufgegriffen werden.

Dabei müssen folgende Bereiche aus Sicht der Arbeitnehmer/innen in den Blick genommen werden.

  • Arbeitswelt und Arbeitszeiten, Arbeitsbedingungen von Arbeitnehmer/innen,
  • prekäre Arbeitsverhältnisse und deren Auswirkungen auf das Familienleben, gerade bei Alleinerziehenden und jungen Erwachsenen,
  • Wahrnehmung und Integration von Menschen, die arbeitslos sind, oder von Arbeitslosigkeit bedroht werden; von Jugendlichen zwischen Schule und Beruf und ohne Ausbildungsplatz.

2. Wir brauchen im Erzbistum Köln Angebote zur Unterstützung, Begleitung und Beratung von Arbeitslosen, aber auch kleine Hilfen (Kopien für Bewerbungsunterlagen, Internetnutzung, etc.) für arbeitslose Menschen.

3. Wir unterstützen die Forderung nach einem gerechtem Lohn, der den ArbeitnehmerInnen ein menschenwürdiges Leben und damit die Teilhabe und Teilnahme am gesellschaftlichen Leben ermöglicht.

4. Wir brauchen mehr Ressourcen im Erzbistum Köln für die Arbeit mit ArbeitnehmerInnen und Auszubildenden, sowie für Arbeitslose und vor allem für Jugendliche ohne Ausbildungsplatz.

Bad Honnef, 13. November 2009

Für die gemeinsame Konferenz der KAB und der CAJ im Erzbistum Köln

Ann-Kathrin Windhuis, CAJ Diözesanleiterin
Tim Kurzbach, KAB Diözesanvorsitzender