Diözesanverband Köln
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Tagung: Arbeit 4.0 - Soziale Gerechtigkeit im digitalen Zeitalter

„Arbeit 4.0 – Soziale Gerechtigkeit im digitalen Zeitalter“ unter diesem Leitgedanken tagte am vergangenen Samstag die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung des Diözesanverbandes Köln in Köln. Rund 50 Teilnehmer aus katholischen Sozialverbänden, Gewerkschaften und privat Interessierte waren der Einladung gefolgt. Als Referenten kamen Cornelia Daheim, die Gründerin der Beratungsstelle Future Impacts Consultings, Dr. Ing. Dagmar Dirzus vom Verein Deutscher Ingenieure, Achim Fritzsche, ver.di-Vertreter des Bezirk Kölns, Dr. Udo Lehmann, Sozialethiker aus Bonn sowie Ralf Welter, der ehemalige Vorsitzende der KAB Aachen und Volkswirt an der FH Aachen, zu Wort. Den zentralen Diskussionspunkt bildete der sich verändernde Arbeitsmarkt durch die schnell fortschreitende Digitalisierung vieler Arbeitsbereiche, die sich auf alle Berufsgruppen auswirke. Die Prognosen vieler wissenschaftlicher Studien verzeichnen für die nächsten Jahre einen Verlust von tausenden von Arbeitsstellen, wobei sich zugleich auch neue Arten von Berufen bilden würden. Aufgrund dieses sich rasant entwickelnden Prozesses wäre es dringend notwendig, jetzt in eine entsprechende Arbeitnehmerausbildung zu investieren, bevor man in Deutschland den Anschluss verpasse, soweit waren sich die Referenten einig. Nur dann wäre die nicht mehr aufzuhaltende Digitalisierung zu meistern. Damit ginge ggf. eine Umverteilungs- oder Beteiligungsgerechtigkeit, wie sie in Form des Grundeinkommens bereits diskutiert wird, einher.

In der anschließenden lebhaften Diskussion mit den Tagungsteilnehmern wurde vor allem über die eigenen Ansichten zur Digitalisierung gesprochen. Trotz einiger Vorbehalte empfand man die Digitalisierung eher als positive Errungenschaft – allerdings war es allen Teilnehmern ein Anliegen, dass entsprechende Rahmenbedingungen für den sich ändernden Arbeitsmarkt geschaffen werden, zudem müsse ein neues Verständnis des Begriffs „Arbeit“ diskutiert und entworfen werden, der ein weiteres auseinanderklaffen der sozialen Schere verhindere.